lernen, leben, lachen PGS 03 in der Tat, die Forderung liegt zu Recht auf dem Tisch: „ Neue Väter braucht das Land“ . Väter, die bereit sind, dem Vaterbild Gottes, das uns Jesus offenbart hat, neue Geltung zu verschaffen. Väter, die sich Zeit nehmen für die enormen Probleme der Heranwachsenden und die bereit sind, die Mütter zu entlasten und was besonders wichtig ist, zu ergänzen. Eine ausgewogene Erziehung braucht beide Aspekte, beide Impulse: den mütterlichen und den väterlichen. Das liegt in Gottes Schöpfungsordnung begründet und hat sich über Jahrtausende wunderbar bestätigt. Natürlich gab und gibt es auch grausame Väter, wie der jüngste Inzestfall zeigt. Doch das sollte für alle Väter noch mehr Ansporn sein, die zum Teil fatale Entwicklung in den Familien zu stoppen und wieder mehr Verantwortung zu übernehmen. Erziehung braucht nämlich auch Mut. Etwa um Nein sagen zu können, wenn es das Beste für das Kind ist. Disziplin zu fordern, als „ laisse fair“ zu praktizieren. Kinder sind eigentlich dankbar, wenn man ihnen in Liebe ihre Grenzen aufzeigt und ihnen umso großzügiger mit Zu- und Hinwendung begegnet. Dieser familiär intakte Bereich ist besonders in der frühkindlichen Entwicklung wichtig, während später Beziehungen zu anderen Personen im Umfeld immer wichtiger werden. Natürlich vollendet sich die Erziehung eines Menschen durch Bildung. Das heißt, sich das Wissen der Vorfahren aneignen, mithilfe des Wissens sein Leben deuten und daraus Impulse für sein Handeln gewinnen. Wir stärken die Jugendlichen in ihrer Persönlichkeit durch Erziehung und Bildung. Erst die Fähigkeit, die Gültigkeit moralischer Werte zu erkennen und im Kontext des Wissens der Vorväter reflektieren zu können, wappnet jeden jungen Menschen gegen die Anfechtungen unserer Zeit. Und hierfür sind greifbare und überzeugende Vorbilder wichtig. Zunächst natürlich Mutter und Vater, aber auch glaubwürdige Lehrer/Innen und ebenso vorbildliche Menschen des öffentlichen Lebens. Leider entsprechen die öffentlich präsentierten Idole nicht mehr diesem Bild und leider ist auch durch eine zunehmende Vereinsamung und Isolierung junger Menschen infolge moderner Medien ein neues Problem entstanden. Immer mehr fremde Erzieher mischen sich in den Entwicklungsprozess der Kinder ein! Eltern erleben bei ihren Kindern in zunehmendem Maße eine Reihe unangenehmer Eigenschaften: laut, unordentlich, frech. Unermüdlich versuchen sie deshalb, die Kinder zu ermahnen, z.B. Rücksicht aufeinander zu nehmen, aber sie erleben gleichzeitig, wie wenig dies bringt. Einen Zusammenhalt, wie sie ihn in der eigenen Kindheit noch erlebt haben, findet bei ihren Kindern nicht mehr wirklich statt. Fernsehen, Computer, Internet haben Vorrang und jeder zieht sich mehr oder weniger mit dem jeweiligen Medium zurück. Jedes Kind boxt sich in der Familie irgendwie durch, aber auch bei Freunden und in der Schule ist es am Ende ziemlich allein. Hier dürfen die Väter ruhig mal ein Machtwort sprechen und die Einhaltung abgesprochener Verhaltensweisen einfordern, zumal es dabei nicht um die Vorteile eines einzelnen Familienmitgliedes, sondern um alle geht. Wie gesagt, Vater sein ist schwer, aber die Sache ist nicht hoffnungslos. Disziplin ist das neue Reizwort, aber es ist so alt wie die Menschheit an sich. Ohne Disziplin und besonders ohne Selbstdisziplin ist ein geordnetes Zusammenleben unmöglich. So sehr wir die lieben Kleinen verwöhnen dürfen und auch lieb haben sollen, so muss auch die Konsequenz unseres Handelns deutlich werden. Hier müssen eben besonders die Väter mit im Erziehungsboot sein, das die Mütter sonst allein nicht auf Kurs halten können. Eine bedingungslose Liebe zu den Kindern legitimiert allerdings auch, Verzicht und Gehorsam zu fordern, gelegentlich auch zu erzwingen. Wenn wir in die Bibel schauen und dort das Idealbild eines Vaters in Gott selbst finden, so werden wir gleichzeitig bemerken, dass Gottes Handeln immer an Normen gebunden ist, die er für uns Menschen sozusagen als Rahmenbedingungen verordnet hat. Wenn diese auch von den Vätern und Müttern ernst genommen werden, also im Alltag gelebt werden, ohne Heuchelei und mit der Ehrlichkeit, auch das eigene Versagen einzugestehen, dann können wir erwarten, dass sich unsere Kinder daran orientieren. Dann hätten wir wieder Väter, die aus Überzeugung Väter sind, im Gegensatz zur Oberflächlichkeit in unserer Welt. Väter, die vom Vaterbild Gottes her denken und handeln und somit heile Beziehungen ermöglichen und pflegen. Väter die mit Autorität, Liebe und Überzeugung die Werte vertreten, die der Beliebigkeit ein Ende setzen und für das eintreten, was die Blüte unserer Kultur bewirkt hat, die christlichen Grundwerte. Da sich ohnehin ein neues Wertebewusstsein ankündigt, sollte es nicht allzu schwer sein, unsere Stimme als Christen auch öffentlich einzubringen. Wenn wir als PGS, trotz der vielen Alleinerziehenden, der PetchworkFamilien und der vaterlosen Familien für ein gesundes, christliches Familienbild eintreten, dann nur deshalb, weil es nichts Besseres gibt und weil es sich lohnt, dafür einzutreten. Kinder, die in einer liebevollen Umgebung beide Orientierungsmöglichkeiten haben, also an Vater und Mutter, sind auf jeden Fall im Vorteil. Wo das nicht mehr möglich ist, sollte auch mal an die Hilfestellung von Großvätern und Großmüttern gedacht werden. Das hat in der Vergangenheit und so weit ich mich erinnere, auch in meiner Kindheit viel bewirkt, schließlich war mein Vater 10 Jahre im Krieg. So möchte ich meinen Beitrag auch mit einem persönlichen Aspekt beenden. Die von mir genannten fünf Werte sollten natürlich in nützliche Tugenden umgesetzt werden und so möchte ich zum Schluss dazu einen Versuch machen. Der Wert Glaube soll in meinem Leben durch Vertrauen, Zuverlässigkeit und Treue deutlich werden. Die Wahrheit soll mich veranlassen, nicht zu lügen, niemand zu täuschen oder zu übervorteilen. Aus der Liebe heraus, die in Gott ihren Ursprung hat, will ich barmherzig und selbstlos handeln und das Wohl meines Nächsten im Blick haben. Demut könnte die Tugenden des Dienens und Helfens bewirken und mich vom Bedürfnis des Herrschens befreien. Und schließlich wird die Dankbarkeit als Gabe von Gott mein Lebensglück in jeder Beziehung erst vollkommen machen. Wenn wir Väter bei allem Versagen eines nicht vergessen, unsere Kinder vorbehaltlos, bedingungslos und uneigennützig zu lieben und sie das auch täglich spüren, dann können wir positive Spuren in ihrem Leben hinterlassen und vor allem dazu beitragen, dass sie sich gesund entwikkeln und als nützliche Teile unserer Gesellschaft auch von anderen wahr und ernst genommen werden. In einer freien, offenen, ehrlichen und gesunden Atmosphäre gedeihen die besten Pflanzen. Das weiß ich als Gärtner. Ich weiß allerdings auch etwas vom Unkraut, von schweren Stürmen, von Schädlingen und anderen Unbilden, die den Pflanzen schaden und vor denen sie bewahrt und geschützt werden müssen. In der PGSgeben wir in dieser Hinsicht unser Bestes. Wenn die Eltern das auch tun, sind wir erfolgreich. Setzen Sie sich einfach heute Abend mal als Familie zusammen und schreiben Sie ihre persönlichen Werte auf. Versuchen Sie auch, diese Werte durch Tugenden zu ergänzen, also einfach ihre Umsetzbarkeit im Alltag zu formulieren. Wenn Sie sich jetzt als Familie auf eine gemeinsame Wertebasis einigen können, hätten Sie bereits viel gewonnen. Man könnte alle Erwartungen voneinander mit diesem Katalog abstimmen und sehr leicht eine Art Hausordnung formulieren, die viele Konflikte von vornherein vermeidet oder im Konfliktfall zu Lösungen führt. Unser Streitschlichterprogramm in der PGS ist jedenfalls sehr erfolgreich. Eines steht für mich jedenfalls fest, die Debatte um wichtige Werte in unserer Gesellschaft müssen wir unbedingt bald fortsetzen. Ihr Wol f gang Vol z
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