S chon Wilhelm Busch wusste vor über 140 Jahren etwas von Erziehungsproblemen und hat sie auf seine heiter satirische Weise in Reime gefasst. Da sind die beiden Hauptfiguren „ Max und Moritz“ mit ihren Streichen oder die mit einer deutlichen Doppelmoral ausgestattete „ fromme Helene“ . Alle Eltern werden mir Recht geben: Erziehung ist kein Spaziergang und die Vermittlung von Werten, Normen und Tugenden nicht immer leicht. Bevor wir jedoch Werte und Tugenden vermitteln können, ist es zunächst absolut notwendig, eine eigene Bilanz zu ziehen. Welche Werte sind mir wichtig, wie bestimmen sie mein Leben und welche Tugenden kann ich für mein praktisches Leben davon ableiten und letztendlich meine Ethik und Moral davon bestimmen lassen? Ich befasse mich in letzter Zeit intensiv mit diesen Fragen, weil ich feststelle, dass in unserer schnelllebigen Zeit etwas verloren ging, was wir vielleicht als gesellschaftlichen Konsens bezeichnen konnten, gewissermaßen die gemeinsame Basis unseres Denkens und Handelns. Machen wir einfach mal einen Schnelltest und schreiben in wenigen Minuten die für uns wichtigsten 5 Werte auf. Bei mir sind es: Glaube, Wahrheit, Liebe, Demut und Dankbarkeit. Sie sehen auf den ersten Blick, dass es sich um christliche Werte handelt oder zumindest vom christlichen Menschenbild abgeleitete Werte. Das war nicht immer so. Ich musste in meinem Leben feststellen, dass ich einem permanenten Wandel unterliege und bereit sein muss, auch Korrekturen zuzulassen. So ist es nicht verwunderlich, dass sich auch mein Wertekatalog geändert hat. Hier ein banales Beispiel: Früher, als erfolgreicher Geschäftsmann, war der entscheidende Wert beim Autokauf: groß und repräsentativ. Der Wert Benzinverbrauch spielte keine Rolle. Heute, in meinem Rentnerleben, ist es genau umgekehrt: zweckmäßig und sparsam. Wer mich kennt, weiß, dass ich alle Erkenntnisse nicht eins zu eins umsetze, aber die Richtung ist entscheidend, was bestimmt mein Denken und Handeln? Ich komme zurück auf die Rolle der Väter, deren Mitwirken in der Erziehung – milde gesagt - etwas nachgelassen hat. Einer der Indikatoren sind da für mich die Elternversammlungen in der Klasse, die Gesamtelternabende oder die Mitwirkung in den Fördervereinen unserer Schulen. Aber auch zu Hause ist es ähnlich, den meisten Erziehungsstress haben die Mütter. Selbst Vater von drei Kindern weiß ich wovon ich rede. Nach fast 40 Jahren selbstständiger Berufstätigkeit kann ich nur mit Bedauern auf das Versäumte zurückschauen, obwohl ich mir im Verhältnis zu heutigen Vätern viel mehr Zeit für die Kinder nehmen konnte. „ Sag mir wo die Väter sind, wo sind sie geblieben?“ so möchte man den Song von Daliah Lavi ergänzen und PGS 02 lernen, leben, lachen Vat er wer den ist nicht schwer , Vat er sein dagegen sehr !
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