PGS Kahl GS 04 lernen, leben, lachen ls Höhepunkt zum HSU-Thema „ Damals und heute“ stand eine Wanderung zum Heimatmuseum Großkrotzenburg auf dem Plan. Die Wochen davor waren geprägt von interessanten und tollen Referaten der Kinder über längst vergangene Zeiten und Ereignisse. So starteten unsere Kinder mit Rucksäcken bepackt am 2. April gut vorbereitet und bestens informiert mit Frau Werner, zwei Müttern und einem Hund bei schönem Wetter in Richtung Großkrotzenburg. Alle freuten sich auf diesen Ausflug. Gut gelaunt kamen wir am Museum an. Da wir noch Zeit bis zum vereinbarten Termin hatten, beschlossen wir unsere Frühstückspause schon vor unserer „ Besichtigung“ zu machen. Dabei kamen die letzten Naschereien von Ostern zum Vorschein. Fleißig wurden die Leckereien geteilt und genossen. An der frischen Luft hat es besonders gut geschmeckt. Nachdem sich alle ausgiebig gestärkt hatten, öffnete das Museum seine Tore für uns. Wir wurden sehr freundlich von zwei Damen und einem Herrn willkommen geheißen. Bevor es losgehen sollte, wurde die Klasse in zwei Gruppen aufgeteilt. Noch vor der eigentlichen Führung gab es bereits im Foyer etwas zu bestaunen. An der Wand hing ein über 100 Jahre altes Hochrad. Schon der Anblick versetzte unsere Kinder in Staunen. Wie stieg man auf ein solches Rad auf? Wie fuhr man mit ihm? Diese „ ZweiRäder“ sahen alles andere als bequem und einladend aus. Die beiden „ Museumsdamen“ standen uns bereitwillig Rede und Antwort. Jetzt war die Neugierde entbrannt und wir wollten endlich mehr wissen über das Leben von vor 100 Jahren. Dazu wurden wir über eine alte Holztreppe in die oberste Etage geführt. Dort durften wir in einer Schulstube um 1900 Platz nehmen. Die Bänke waren sehr eng und unbequem. Auf den Pulten lagen alte Schreibtafeln mit Griffeln und hinter dem Lehrerpult hing eine Tafel. Auf ihr stand etwas geschrieben, was unsere Schützlinge Dank der guten Vorbereitung von Frau Werner tatsächlich entziffern konnten. Zum Glück hatten sie sich schon im Vorfeld mit den alten Schriftzeichen befasst. So blieb uns die damalige Faustregel für die Schüler nicht verborgen: Stille sitzen, Ohren spitzen, Kopf nicht drehen und mich (den Lehrer) ansehen. Es ließ sich bereits erahnen, wie streng es damals zugegangen sein musste. Faszinierend. Nur 100 Jahre sind vergangen und man hat das Gefühl in einer anderen Welt zu sein. In dieser Schulstube schien die Zeit still zu stehen. Doch wer geglaubt hatte, sich jetzt ausruhen zu können, hatte sich geirrt. Nichts da! Jetzt war Unterricht angesagt – und zwar so, wie vor 100 Jahren! Wie heute, sind auch schon damals Kinder zu spät zur Schulstunde gekommen. Unsere Schüler durften sich echte, alte Lederranzen auf den Rücken schnallen und dann „ Zuspät“ -Kommen. Sie hatten sehr fantasievolle Ausreden parat. Es gab gute Gründe für das Zuspät kommen, wie z.B. Kühe melken, Stall ausmisten, der Mutter beim Fußboden schrubben helfen, auf dem Feld mitarbeiten und noch andere mühsame Tätigkeiten aus der damaligen Zeit. Diese Schüler wurden nicht bestraft. Sie durften sich auf die Bänke setzen. Aber wehe den schlechten Ausreden wie „ Hab` verschlafen, ich musste mich noch schminken, keine Lust, wusste nichts anzuziehen“ . Diese armen Schüler wurden hart bestraft. Früher mit Stockschlägen oder in der Ecke stehen, bei uns genügte es ein Gedicht aufzusagen oder ein Lied zu trällern. Als dann endlich alle auf ihren Plätzen saßen, ging die Lehrerin mit scharfem Blick durch die Reihen, um das äußere Erscheinungsbild jedes Einzelnen zu inspizieren. Waren Fingernägel und Hände sauber? Die Haare gekämmt? Die Kleider ordentlich? Die Schuhe geputzt? Alle waren sich schnell einig, dass es heute im Unterricht viel entspannter zugeht und die Lehrer bei weitem nicht so streng sind wie vor 100 Jahren. Leider war unsere Zeit auf den Schulbänken viel zu schnell um. Um noch mehr Einblick in die Vergangenheit zu gewinnen, betrachtete jeder die vielen Glaskästen und Auslagen auf diesem Stockwerk genauer. Alte Schulhefte und –bücher und OrginalZeugnisse aus Uromas Zeiten zogen die größte Aufmerksamkeit unserer Gruppe auf sich. Anschließend ging es ein Stockwerk tiefer zu den Römern. Die Attraktion waren das Überziehen eines Kettenhemdes mit Helm und Lanze. Fast alle Kinder schlüpften in diese Verkleidung und bestaunten das schwere Gewicht. Darin sollte man sich auch noch bewegen können? Puh, wie anstrengend das war. Unsere kleinen Römer waren erleichtert als sie sich der schweren Last entledigen konnten. Nach Betrachtung und Erläuterung der restlichen Museumsstücke, machten wir uns wieder auf den Heimweg. Dieses Mal leider im Regen. Die 3b hatte einen erlebnisreichen, sehr informativen und rundherum schönen Ausflug hinter sich. Es wurde viel gelacht, zugehört und gefragt. Alle Kids waren glücklich am nächsten Tag wieder in eine moderne Schule gehen zu dürfen, ohne vorher noch den Stall ausmisten zu müssen. Leben früher und heute Ausflug der Klasse 3bin das Heimatmuseum Großkrotzenburg A Annabelle Vogel, Mutter Klasse 3b
RkJQdWJsaXNoZXIy Mzg4OTA=